GRAF BRÜHL Online-Magazin

Die ganze Stadt ein Flammenmeer – Folge 2

Stadt­brände, die durch Krieg ausgelöst wurden

Der Dreißig­jährige Krieg

Zahlreiche Stadt­brände wurden nicht durch ein Missge­schick, sondern durch Kriege ausgelöst. Brand­stiftung sollte für Verwirrung und Chaos in der Bevöl­kerung sorgen. Gerade befes­tigte Städte und Burgan­lagen ließen sich dadurch leichter einnehmen.

Verhee­rende Zerstörung Bautzens

So verur­sachte auch der Dreißig­jährige Krieg in vielen Teilen Deutsch­lands verhee­rende Brände und Feuers­brünste. Am 2. Mai 1634 erlebte die Stadt Bautzen ihr größtes Inferno. Die kaiser­lichen Truppen brannten die Stadt nieder, und 700 Einwohner kamen in den Flammen ums Leben. Obwohl die Stadt von einem festen Mauerring umschlossen und sieben massiven Türmen geschützt ist, konnten sich die Bewohner nicht dagegen wehren.

Dreißig­jäh­riger Krieg

Der Dreißig­jährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa, der als Religi­ons­krieg begann. In ihm entluden sich auf europäi­scher Ebene der habsbur­gisch-franzö­sische Gegensatz und auf Reichs­ebene derjenige zwischen Kaiser und Katho­li­scher Liga einer­seits und Protes­tan­ti­scher Union anderer­seits.

Am 2. Mai 1634 ließ der kaiser­liche Oberst von der Goltz vor seinem Abzug die im November einge­nommene Stadt Bautzen nieder­brennen. 700 Bewohner kamen dabei ums Leben. Quelle: Wikipedia

Operation Gomorrha – Feuer­sturm über Hamburg

Später waren es Weltkriege, die in den Städten großflä­chige Brände verur­sachten. So starteten britische und ameri­ka­nische Flieger im Sommer 1943 die „Operation Gomorrha“ und bombar­dierten gezielt mehrere Tage lang die Innen­stadt von Hamburg. Auf dem Höhepunkt der Angriffe brach am 28. Juli ein Feuer­sturm aus, in dem 30.000 Menschen starben. Wie eine Windhose zogen die Feuer­wirbel alles, was in ihre Nähe geriet, in ihren Kern, und es verbrannte. Nach heutiger Einschätzung war der Feuer­sturm kein Zufalls­re­sultat des Flächen­bom­bar­de­ments, sondern ein militä­risch geplantes Vorhaben. 

Für Hamburg war das nicht die erste Katastrophe dieser Art. Knapp hundert Jahre früher suchte die Hanse­stadt am 5. Mai 1842 ein Flächen­brand heim, der drei Tage lang anhielt. Zerstört wurden etwa 1.700 Häuser, insbe­sondere im Nikolai­viertel. Auslöser war keineswegs der Krieg, sondern lediglich ein Feuer, das in dem Haus eines Zigar­ren­ma­chers ausge­brochen war. Auch der finan­zielle Schaden hielt sich damals in Grenzen, weil die „Hamburger Feuer­kasse“, 1676 gegründet, und damit die erste Feuer­ver­si­cherung weltweit, Hausbe­sitzern eine Entschä­di­gungen zahlte. 

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Die Bombar­dierung Dresdens

Ähnlich wie in Hamburg verfuhren britische Bomber im Zweiten Weltkrieg mit Dresden. Innerhalb von drei Tagen wurde die Elbme­tropole dem Erdboden gleich gemacht. Am 13. Februar 1945 legten 243 Flieger fünfzehn Minuten lang ihre schwere Ladung über der Stadt ab. Wie ein Teppich aus tödlichen Geschossen sank sie flächen­de­ckend auf die gesamte Altstadt. Es traf ihre Bewohner vollkommen überra­schend. Wegen seiner strate­gisch unbedeu­tenden Lage war Dresden Flücht­lings­lager, Lazarett und Notstation geworden. Keiner rechnete mit militä­risch gezielten Angriffen.

Die zweite Attacke begann gegen halb zwei Uhr früh, diesmal ohne Vorwarnung, da die Sirenen nicht mehr funktio­nierten. Wie aus dem Nichts waren die Flugzeuge plötzlich da, allein das Brummen der Motoren war zu hören. Die Zahl der Flieger hatte sich verdoppelt. Sie trafen die Fliehenden auf den Straßen und Elbauen, die Verletzten, Alten und Kinder, die sich aus den Kellern unter den einge­stürzten Häusern gerettet und im Großen Garten gesammelt hatten. Wieder fielen Brand­bomben, Spreng­bomben, Minen – insgesamt gut zweiein­halb­tausend Tonnen in einer Nacht. Am Morgen des 14. Februars 1945 war das Zentrum von Dresden dem Erdboden gleich­ge­macht. Aus der Stein­wüste ragten kaputte Gebäu­de­teile, einzelne Mauern, verkohlte Baumstrünke.

Luftan­griffe auf Dresden

Durch die Luftan­griffe starben ungefähr 25.000 Menschen. Große Teile der Innen­stadt und der indus­tri­ellen und militä­ri­schen Infra­struktur Dresdens wurden zerstört. Quelle: Wikipedia

Als Dresden brannte

Die Literatur hat immer wieder versucht, das Grauen der Bomben­nacht in Worte zu fassen. Eine großartige Ausstellung erzählt nun von der epochalen Spur, die das Inferno hinter­lassen hat.“ Quelle: F.A.Z.

Der dritte Angriff kurz nach Mittag richtet sich gegen angren­zende Viertel und Bahnan­lagen. Dreizehn Minuten lang regneten wieder Bomben auf die Stadt: 770 Tonnen. Auch der vierte Angriff am 15. Februar, erneut um die Mittagszeit, dauerte nur zehn Minuten. Die dreiein­halb­tausend Spreng­bomben richteten vergleichs­weise geringe Schäden an.

Dresden hat die Bombar­dierung nie ganz verwunden. Ungefähr 25.000 Menschen kamen ums Leben, die genaue Zahl konnte nicht festge­stellt werden, weil sich ungezählte viele Geflüchtete auf dem Stadt­ge­lände befanden. Bis heute läuten am 13. Februar jedes Jahr abends alle Glocken der Stadt. Die wieder­errichtete Frauen­kirche im Zentrum ist zum Mahnmal wider den Krieg geworden. 

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