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Ausstellung in Hamburg zeigt Darstel­lungen von Katastrophen seit 1600

Wohliges Schaudern im Salon

Ob Gewit­ter­stürme, Vulkan­aus­brüche oder Erdbeben – Katastrophen sind allge­gen­wärtig. Sie ereilen den Mensch in natura oder in Berichten und jagen ihm Angst und Schrecken ein. Selbst wer noch nie in einen Flächen­brand geraten ist oder Schiffs­bruch erlitten hat, fürchtet sich nachhaltig davor und sucht, derlei Schreck­nisse zu meiden. Auch wer in seinem Leben bisher keine Überschwemmung erlebt hat und aller Voraus­sicht nach nie in eine derartige Lage geraten wird, weiß, dass es sich dabei um eine existenz­be­dro­hende Situation handelt. Es gilt sie grund­sätzlich auszu­schließen oder sich wenigstens gut dagegen zu versi­chern.

Nicht­des­to­trotz gibt es unzählige Darstel­lungen von Katastrophen. Seit vielen Jahrzehnten schmücken sie Wände und Zimmer in Wohnungen und Häusern. Bevorzugt in behaglich einge­rich­teten Salons prangen sie gerne direkt über den bürger­lichem Sitzmöbeln, zeigen in unüber­seh­barer Größe einen Dreimaster in Seenot oder Menschen, deren Stadt gerade in Flammen aufge­gangen ist. Beliebt sind auch blutige Jagdszenen oder detaill­reiche Schlach­ten­dar­stel­lungen. Motive dieser Art bestimmen sowohl die Kunst der klassi­schen Malerei als auch der zeitge­nös­si­schen Fotografie. Künstler, die sich dieses Genres annehmen, können getrost auf eine jahrhun­der­tealte Tradition zurück­blicken.

Kunst­halle Hamburg

In der Hamburger Kunst­halle kann man solcherlei Bilder zur Zeit ausführlich begut­achten. Fast 200 Szenerien zu diesem Thema wurden aus aller Welt zusam­men­ge­tragen. Die Darstel­lungen reichen zurück bis ins 17. Jahrhundert. Zu sehen ist dabei die gesamte Bandbreite künst­le­ri­schen Schaffens: Gemälde, Zeich­nungen, Graphiken, Skulp­turen, Fotografien, Filme und Videos.

ENTFES­SELTE NATUR

Das Bild der Katastrophe seit 1600
29.6. – 14.10.

Warum liebt der Mensch derlei Bilder?

Und was reizt den Künstler daran, eine Katastrophe darzu­stellen? Inwieweit prägen solche Gemälde unsere Wahrnehmung? Und was, nicht zuletzt, hat sich an der Darstel­lungs­weise von Ursachen für Angst und Schrecken über die Zeit verändert? Vielen solchen Fragen geht die Hambuger Ausstellung nach, denn bei allen Unter­schieden durch die Jahrhun­derte hinweg wird doch eines sehr deutlich: Die Bilder lassen den Besucher nicht kalt. Sie ziehen ihn in Bann, heute wie damals, appel­lieren an seine Gefühle und lösen ähnlich wohligen Schaudern aus wie schon bei ihren ersten Betrachtern.

Und ein weiterer Aspekt wird deutlich: Der Mensch kann solche Bilder genießen, insbe­sondere wenn er sich selbst in Sicherheit befindet. Die beunru­hi­genden Szenen scheinen dieses Gefühl von Sicherheit geradezu zu verstärken. Das heimelige Wohnzimmer, das knackende Holz im Kamin, die wohlige Wärme strahlen angesichts einer tradi­tio­nellen Katastro­phen­dar­stellung offenbar noch größere Gebor­genheit aus.

Der besondere Reiz der epochen- und medien­über­grei­fenden Ausstellung in Hamburg besteht in der räumlichen Zusam­men­führung von Werken, deren jeweilige Entste­hungszeit Jahrhun­derte ausein­ander liegt. Das erlaubt einen Blick auf die unter­schied­lichen Techniken, mit denen eine bestimmte Form der Wahrnehmung erzeugt werden kann. Die Vielzahl der angewandten Heran­ge­hens­weisen und Materialien wirft dabei die Frage auf, inwieweit Katastrophen in ihrer Darstellung nicht auch künstlich erstellt oder zumindest nachdrücklich verstärkt wurden.

Das Scheitern des Menschen an der Natur

Vergleicht man einzelne Bilder zum Beispiel mit der aktuellen Medien­be­richt­erstattung von Natur­er­eig­nissen, Kriegs­hand­lungen oder politi­schen Umbrüchen, wird offenbar, dass dabei gerne auf die mensch­liche Wahrnehmung zurück­ge­griffen wird, die in den alten Darstel­lungen, also durch Künstler und ihre Kunst, geprägt wurde. Natur­ka­ta­strophen würden, so heißt es sogar im Begleittext der Schau, nicht einfach geschehen, sie würden gemacht. „Jedes Zeitalter macht sich seine Katastrophen und definiert dieje­nigen Kriterien neu, nach denen bestimmte Ereig­nisse erst als solche etiket­tiert werden können.“ Die Ausstellung beleuchte dabei auch das Scheitern des Menschen an der Natur, etwa in Folge seiner Technik­gläu­bigkeit.

Die Heran­ge­hens­weise der Kuratoren eröffnet bei dieser Schau viele verschiedene Sicht­weisen auf das Thema. Nicht jeder muss der Betrachter folgen, doch sie regen immerhin zum Nachdenken an. Eine Serie beglei­tender Vorträgen lädt zu Diskus­sionen und Gedan­ken­aus­tausch ein. Allein schon die Qualität der einzelnen Werke macht neugierig auf einen Besuch der Ausstellung.

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