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Wellen­sittich erleidet Hitzschlag

Mietmin­derung wegen mangel­haftem Wärme­schutz gerichtlich gebilligt

Das Amtsge­richt Hamburg billigte im Juni dieses Jahres eine Mietmin­derung von zwanzig Prozent wegen mangel­haftem Wärme­schutz. Wie in der Süddeut­schen Zeitung am Freitag (3. August 2018) berichtet, hatten die Kläger bemängelt, dass die Sommer­tem­pe­ra­turen in ihrer eleganten Dachwohnung tagsüber bei dreißig Grad Celsius und nachts bei 25 Grad betrugen. Auch anhal­tendes Lüften erwirkte keinerlei Abkühlung. Das Gericht ging hier von unzurei­chendem Wärme­schutz aus und billigte für die teure und gut ausge­stattete Neubau­wohnung eine Mietmin­derung von zwanzig Prozent.

Wellen­sittich erlitt Hitzschlag

Ähnlich urteilte der Verfas­sungs­ge­richtshof des Landes Berlin: Mieter beklagten, dass sich ihre hübsche, helle Dachge­schoss­wohnung im Sommer auf bis zu 46 Grad auflade. Die Tempe­ra­tur­un­ter­schiede zwischen innen und außen betrugen bis zu 19 Grad. Der gesamte Haushalt habe unter den Sahara-ähnlichen Zuständen gelitten. Wachs­kerzen seien geschmolzen, die Pflanzen einge­gangen und der Wellen­sittich habe einen Hitzschlag bekommen. In diesem Fall urteilten die Richter wesentlich härter. Sie räumten fristlose Kündigung und sogar eventuelle Schadens­er­satz­an­sprüche ein.

Mangel­hafter Wärme­schutz kann Kündi­gungs­grund sein

Bei den seit Wochen anhal­tenden Tempe­ra­turen von über 30 Grad deutsch­landweit stellen sich sicher viele Mieter aktuell die Frage, inwieweit ihre Bleibe gegen mangel­haften Wärme­schutz gesichert ist. Dabei ist sommer­licher Tempe­ra­tur­an­stieg in der Wohnung, rein gerichtlich gesehen, kein ernst­zu­neh­mender Mangel. Auch in Dachge­schoss­woh­nungen, die der Hitze natur­gemäß stärker ausge­setzt sind, kann nicht prinzi­piell jeden Sommer die Miete gemindert werden. Übersteigen die Werte in den Räumen aller­dings deutlich und anhaltend die Tempe­ra­turen, die draußen herrschen, kann das ein Kündi­gungs­grund sein, erklärte der Deutsche Mieterbund. In solch einem Fall, so der Bund, sind auch Ersatz­an­sprüche möglich.

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